Wie entstehen Traumata?

Medizinisch bezeichnet man mit dem Begriff Trauma eine Schädigung, Verletzung oder Verwundung von Gewebe. Längst wird dieser Begriff auch für seelische Verletzungen verwendet.

Die folgen eines Traumas können unmittelbar oder auch zeitlich verzögert auftreten. In der Psychologie sind vor allem Traumatisierungen von Bedeutung, die langfristig eine gesunde Lebensbewältigung von Menschen einschränken bis unmöglich machen.

Wie entsteht ein seelisches Trauma?

Ob etwas seelisch schädigend, bzw. traumatisierend wirkt, entscheidet sich durch die Reaktion des Betroffenen. Entscheidend ist der Glaube, dass das, was gerade erlebt wird, die persönliche Belastbarkeit übersteigt. Besonders als Kind kann man in die Lage geraten, dass man glaubt, man könne einen neuen oder nie zuvor so stark erlebten körperlichen Schmerz oder seelische Empfindung, insbesondere Angst, nicht überleben. Das eigentlich Phänomen der seelischen Traumatisierung besteht nun darin, dass man beschließen kann, den Schmerz nicht mehr zu fühlen. Man kann gewissermassen aus der körperlichen Erfahrung aussteigen und neben sich stehen.

Die Stressreaktionen auf den seelischen oder körperlichen Schmerz werden im Körper jedoch nicht zurückgefahren, wenn der Betroffene nun aber auch nicht mehr miterlebt, dass er den Schmerz überlebt und dieser zu einem Ende kommt. Konsequenz ist, dass der Betroffene sich selbst als jemand erlebt, der einen bestimmten Schmerz nicht überleben kann – obwohl er real zu einem Ende gekommen ist. Sein Unterbewusstsein wird nun jede Situation umgehen, in der er wieder eine ähnliche Erfahrung machen könnte (z.B. von jemandem verlassen zu werden, den er sehr liebt, oder von dessen Zuneigung und Aufmerksamkeit er sich abhängig fühlt.) ER wird unbewusst manipulieren und selbst immer wieder irritiert erfahren, wie er auf seltsame Weise in für ihn selbst unvorhersehbaren Situationen aussteigt, bzw. derealisiert, d.h. „irgendwie nicht ganz da ist“.

Jemand, der auf diese Art und Weise „außer sich“ geraten ist, ist unfähig, sich selbst „in den Körper zurück“ zu holen. In einem weiteren Video werde ich deutlich machen, wie man damit therapeutisch umgehen kann.

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