Lebensenergie – Spirituelle Redlichkeit

Esoterische und spirituelle Lehren über unsere Lebenskraft leben vielfach von der Überzeugungskraft ihrer Verbreiter und einem glaubenswilligem Publikum. Da in ihnen durchaus Weisheitsvolles zu finden ist, lohnt es, sie qualitativ auf intellektuelle, bzw. spirituelle Redlichkeit abzuklopfen.

Bedeutsamkeit

Häufig wird allein damit Anspruch auf Bedeutsamkeit erhoben, dass die breite Öffentlichkeit die Anerkennung dieser Lehren ablehnt. Wer sie dennoch übernimmt, ist also automatisch etwas Besonderes…

Glaubwürdigkeit

Ein anderer Beleg für die Glaubwürdigkeit solcher Lehren besteht häufig daran, dass es sich um jahrhunderte- oder jahrtausendelang überlieferte Lehren handeln. Meist gibt es jedoch keinen Hinweis auf ursprüngliche Quellen und keine Auskunft über die Qualität der Überlieferung. Gerade in der westlichen Esoterik fällt auf, dass sie vor allem auf hinduistischen Lehren beruhen, die Ende des 19. Jahrhunderts von der in den USA gegründeten theosophischen Bewegung eigenwillig interpretiert und an ein christlich-teleologisches Denken angepasst wurden.

Kriterien

Könnte man vielleicht einen Kriterienkatalag zusammenstellen, anhand dessen schnell erkannt wird, ob es sich bei einer Veröffentlichung oder Lehrrede um eine weitere bloße Wiederholung vielfach vorgekauter Inhalte handelt oder ob der Autor auf einem eigenen Erfahrungsweg aufbaut? Ich glaube, dass sich das mit „Ja“ beantworten lässt. Zu fragen ist:

  • Gibt der Autor Auskunft darüber, auf welchem religiösen oder philosophischem Konzept seine eigenen oder von welchen Lehrern übernommenen Darlegungen beruhen (z.B. anthroposophisch, theosophisch, hinduistisch, Zoroastrisch, Taoistisch, Vedisch-tantrisch, Buddhistisch-tantrisch, etc.).
  • Welches Chakren-System verwendet er (hinduistisch, taoistisch, buddhistisch, indianisch,  ägyptisch, etc.)? Ist er sich überhaupt dieser unterschiedlichen Konzepte bewusst?
  • Welche Lehre, welches Konzept begründet eine bestimmte Anzahl „feinstofflicher“ Körper. Und wenn selbst erfunden – wie ist dieses Modell zu überprüfen?
  • Worauf beruht die Deutung und Bewertung von Farben? Wie begründet sich eine „moralische“ Bewertung von Farben? Insbesondere der Farben Schwarz und Weiß.
  • Lässt der Autor eine externe Reflektions-Ebene erkennen? Oder ist sein Wissen selbstreflektiv, d.h. die Wahrheiten sind deshalb wahr, weil sie von ihm kommen?
  • Ist das verbreitete Wissen relevant für die jetzige Lebensqualität des Lesers oder bezieht sich sich vorwiegend auf (theoretisch) angenommene zukünftige Entwicklungen.
  • Handelt es sich um ein teleologisches Konzept apriori, will heißen,  eine geistige Höherentwicklung des einzelnen oder kollektiven Bewusstseins wird undiskutierbar vorausgesetzt?
  • Werden relevante Begriffe definiert, z.B. was ist ein „Höheres Selbst“, in welcher Beziehung steht es zur „Persönlichkeit“, zur Ich-Struktur, zur Seele?

Schau hierzu auch mein kurzes Video zum Thema Redlichkeit an!

Oder teile mir mit, wie du diese Fragen beantworten würdest, oder welche Kriterien dir noch einfallen? Postings dazu vorzugsweise auf meinem Video-Kanal

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