Die Macht unterdrückter Gefühle

Die größte Kraft in unserem Leben sind unsere Gefühle. In unserer Kultur haben wir mittlerweile ein sehr gespaltenes Verhältnis dazu. Teilweise lernen wir Gefühle als unerwünscht zu bewerten, teilweise wird von ihnen abgelenkt, teilweise werden wir als Kinder und Heranwachsende einfach komplett allein gelassen, mit den Gefühlen umzugehen, wenn sie in unser Leben treten. Wie wirkt es sich aus, wenn wir keinen konstruktiven Umgang mit den Gefühlen vermittelt bekommen? Wie werden gerade die unterdrückten und verleugneten Gefühle zu einer besonders starken Mach in unserem Leben?

Im tantrischen (tibetischen) Buddhismus gibt es den Begriff der „Stör-Gefühle“. Nach dieser Definition sind Gefühle dann „störend“, wenn ich mich ihrer Botschaft nicht öffnen will, lasse ich mich jedoch auf sie ein, so erschließen sich mir Weisheiten, konkrete Handlungsanweisungen und Lösungen für den unmittelbaren Lebensabschnitt.

Buddha sprach in seinen Lehrreden von 80.000 unterschiedlich zusammengesetzten Störgefühle, die im Kern jedoch auf fünf Haupt-Störgefühle zurückgeführt werden können. Dies sind

  • Angst
  • Nicht-Verstehen (Unwissenheit)
  • Neid
  • Gier
  • Stolz

Jedes dieser schwierig zu meisternden Gefühle verfügt über eine „heißen“ und einen „kalten“ Aspekt. „Heiß“ meint hier eigentlich „Herzenswärme“ und „kalt“ meint „Herzenskälte“. Kalter Stolz zum Beispiel bedeutet, man blickt auf andere Menschen herab, Heißer Stolz bedeutet, man ist stolz darüber, so viel tollere Menschen als man selbst ist, um sich herum zu haben.

Jedes dieser Gefühle hat zuerst einen verstörenden Einfluss und wandelt sich dann zu einer Weisheit, bzw. einem Wert.

Jedes dieser Gefühle stellt darüber hinaus Energie in spezifischer Weise zur Verfügung, also die notwendige Tatkraft um die erlangte Weisheit auch verantwortlich in der Welt wirksam zu machen.

Wut, die nicht nach außen abgegeben, sondern gehalten wird, führt zu glasklarer Erkenntnis von sozialer Ungerechtigkeit und stellt die geballte Kraft zur Verfügung, dem Falschen Einhalt zu bieten. Wut ist in ihrem befreiten, bzw. heißen Zustand also eine beschützende Kraft, in ihrem unerleuchteten und kalten Zustand eine extrem zerstörerische Kraft.

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